nervös

am horizont ein riss
hindurch quillt
schaum des abends
dieses unverhohlene wolkensickern
es macht mich ganz

morgensehnsüchtig.

 

kolon/blickfeld

himmelabgrund: seitwärts ziehen die wolken, dann über den rand der welt.
schnakengestöber, dort vorm fenster
zitternd im herbstsog, ausrufezeichen des sommers

im innern das haus
unbewohnt, dennoch sitze ich hier.
schwalbenflügelschlag zerklüftet die ränder des horizonts,
trägt wolkenschichten ab, wolken-palimpsest: tausendfaches blau.
und mein blick erahnt die erste schicht: ein zögerndes du,
damals
noch nicht bereit, überlagert zu werden
von der patina hingeworfner
berührungen.

jetzt, heute: fliegen die jungen schwalben geradewegs
aus unserm
blickfeld.
zurück bleibt: das blanke wir.