jahrhundertblume

„Die Meisten gehen bankrott, weil sie zuviel in die Prosa des Lebens investiert haben. Sich für die Poesie zu ruinieren ist eine Ehre.“ Oscar Wilde

Willkommen! Dieser Blog zelebriert das lyrische Leben als Form der Lebenskunst – in Wort und Bild.


Lebenskunst kurz und bündig: Jeden ersten Mittwoch im Monat gibt es hier ein neues gedicht to go als Begleiter für den Tag (oder die Nacht).


gedicht to go

hier gibt es jeden ersten mittwoch im monat einen dreizeiler für euch als begleiter für den tag (oder die nacht). ältere gedichte to go findet ihr hier.

september / vor dem flug

aus dem zweiggefieder

berg ich

den apfel – er flatterte schon aufgeregt.

02.09.2020


august / vergeblich

lieblos hingeworfne sonnen

lassen sich schwerlich aufsammeln

an hitzetagen

05.08.2020


juli / überraschungen

in den wind geschlagen

jede warnung

doch plötzlich: schlugen sie wurzeln.

01.07.2020


juni / abwärts

die große feige im garten wirft früchte ab, zu früh.

liegen sonnenfahl im staub

losgerissene bojen des sommers

03.06.2020


mai / gespräch

wechseln wort – nur eines –

übern pappelstamm drüber, vorsichtig

heiße währung im maigeklimper

6. Mai 2020


april / drinnen

in der früh drängt vieläugiges frühlingsinferno aus dem fenster

tönt mir nach: bei mir warst du weitschweifend aufgehoben

und jetzt ballt sich erst recht das eingepferchte wir in großblättrige zimmer.

01.04.2020


märz / nachklang

getönte straßen im umbruch, bekannter fehler in der choreographie;

ich reise in den ockermund

des alten landes: zaunzähne halten mich nicht.

04.03.2020


februar

diese blasse blüte an der spitze der wahrnehmung:

widersprüchlicher wohltäter,

sinkt in hohe lüfte, war vielleicht nie da.

05.02.2020


januar

frostkranz am wimpernrand

aug auf lebenssaum gerichtet:

ich näh uns ein neues jahr ins graue land.

08.01.2020

januar 2020 – möge das neue jahr unvergesslich für uns alle werden! so schnell können 12 monate vorüberziehen, wie enten auf dem neckar an einem stürmischen tag…es war ein verrücktes jahr und ich brauchte ein wenig erholung zwischen den jahren. deshalb kommt das gedicht-to-go dieses mal mit einer woche verspätung.


januar 2019 – frohes neues jahr! ich bin wieder back to normal und ab jetzt gibt es wieder jeden mittwoch ein neues gedicht-to-go. im dezember habe ich pausiert und euch dafür einen einblick in mein adventskalender-projekt gegeben, das ich mit mir nicht bekannten autorinnen zusammen gewuppt habe und das wirklich neue perspektiven eröffnet hat.

jetzt geht es mit neuer kraft ans werk.

lange rede, kurzer…

sinn

wühle im wolkennest, werfe pfauenfedern beiseite

in tausend blauen kronen des mammutbaums sitze ich und werfe anker nach ihm aus

er muss doch hier-, irgendwo, und mir zu diensten sein, im neuen jahr.

02.01.2019


im august 2018 war ich im urlaub, da gab es nur sporadisch ein gedicht to go. dafür aber drei blogbeiträge in der neuen rubrik gedanken. unter randnotizen findet ihr das thema „zeitungen von gestern“ – oder: weshalb es sich manchmal lohnt, unnützes aufzuheben (teil 1) bzw. über das glück des ’noch nicht‘ (teil 2). und in den strandnotizen machte es quaatsch: ich wandelte durchs watt.

achja, und ein kleines gedicht to go hatte sich dann doch hineingemogelt in meine post aus dem urlaub –

ihr findet es hier.


inspirationen

Neulich habe ich eine tolle Fotografin kennengelernt, die zufälligerweise wie ich Ethnologin ist. Wir hatten ein Foto-Shooting in sehr entspannter Atmosphäre in ihrem Atelier in Mannheim.

Anna Logues Bilder für meine beiden Homepages www.sarah-weber.net und www.coaching.sarah-weber.net sind richtig schön geworden – ich habe für ihre Homepage einen Blogbeitrag verfasst, schaut doch mal rein. Sie hat wirklich tolle und sehr kunstvolle Fotoprojekte.